Sonntag, 23. Januar 2011

Dartmoor... Es bleibt immer noch schön

Am Samstag ging es mal wieder mit der Chaplaincy in das Dartmoor. Inzwischen kann man sich vielleicht ein wenig darüber wundern, dass es bei den monatlichen Trips immer in das Dartmoor geht, aber wer beschwert sich den schon bei Leuten, die einen kostenlos rumführen und dabei auch noch so freundlich erzählen was sie so alles über die Landschaft wissen. Dann kann man sich doch nicht drüber ärgern.
Ärgern kann man sich allerdings über die eigene Dummheit die Kamera nach einem langen Tag am Land's End nicht wieder aufzuladen. Denn als ich das erste Foto machen wollte, hat sie sich einfach verabschiedet. Mit einem Hilfeschrei nach Strom. Deswegen heute leider keine Fotos...
Aber dafür mit mehr Background. Gestartet sind wir mitten im Wald, in unmittelbarer Nähe zu einem malerischen Gebirgsfluß, der sich mit vielen Wasserfällen durch die Landschaft, dem Atlantik entgegen, kämpfte umgeben von uralten Bäumen, welche von Moss bedeckt waren. Daneben am Rand eines Felsens befanden sich die Grundmauern eines Gebäudes, was ein wenig den Eindruck erweckte, schon seit ewigen Zeiten verlassen zu sein. Nur kann der Eindruck auch täuschen. Die Häuser (sowie nicht weit entfernte Öfen mit Schornsteinen) wurde vor gut 200 Jahren noch benutzt. Zu diesem Zeitpunkt an dem Übergang von 18. in das 19. Jahrhundert war das Dartmoor, sowie große Teile Cornwalls industrialisiert in einer Form die in Deutschland gänzlich unbekannt ist. Die Schornsteine waren nicht so hoch, die Eisenbahnen noch von Pferden gezogen und die Städte (wie Tavisstock) hatten fünfstellige und nicht sechsstellige Einwohnerzahlen. Es war also alles eine Nummer kleine als später in Sheffield und Birmingham oder Dortmund und Essen.
In dieser Zeit war die Landschaft sicherlich nicht so bewaldet und kleine Eisenbahnlinien verliefen befestigt durch das Dartmoor und haben die Minien und kleinen Betriebe mit den Häfen in Plymouth und Exeter verbunden. Die Great Western Railway (also die Dampf-Eisenbahn nach London) gab es noch nicht. Sowieso sah das frühindustriallisierte England noch ein wenig bescheidener aus, als wir das vielleicht manchmal annehmen. Vor den riesigen Städten, Hochöfen und Eisenbahnviadukten standen die ersten Massenfertigungen von Bronzeprodukten. Und für Bronze musste man Kupfer und Zinn gewinnen. Beides findet man in Devon und Cornwall zu genüge, weswegen genau hier ein wichtiges Kapitel der Industriegeschichte geschrieben wurde.
Neben den besagten Zinn und Kupfer, fand man auch viel Ton (genauer Kaolinit) für die Porzellanherstellung und Granit als Baumaterial. Viele Dinge wurde in der Gegend weiterverarbeitet um sie später nach London auf den Markt zu bringen. Damit wurde in Cornwall und Devon nicht zu letzt der ursprüngliche Bedarf für weitere Industrielle Entwicklung wie der Dampfmaschine, die zunächst eingesetzt wurde um Minen zu entwässern. Am Ende dieser Entwicklung began aber im Dartmoor der Abschwung, denn die neuen Zentrum im Norden Englands konnten aus verschiedenen Gründe die große industrielle Revolution besser umgesetzt wurden. So ist das mit der Schöpferische Zerstörung.
Heute sieht man davon nur noch die Reste. Wüstungen, verwitterte Gleisbetten und leere Steinbrüche. Man denkt beim Durchschreiten der Landschaft eher an Fantasy-Filme und nicht unbedingt an Industriegeschichte. So hat ein Teilnehmer des Trips beim Lunch spontan sein Flöte hervorgeholt um das Herr-der-Ringe-Thema zu spielen und nicht die Internationale. Die Vorstellung einer Arbeiterdemo mitten im Dartmoor hat schon was skurriles, auch wenn es gar nicht so weit hergeholt zu sein scheint.

Ich habe auch wieder eine Quizfrage:
Vor 200 Jahren war Cornwall und Devon weltweit führend im Export von Kupfer. Welches Land ist heutzutage der mit Abstand größter Produzent von Kupfer und verdankt den Großteil seiner Wirtschaftskraft diesem Gut?

4 Kommentare:

  1. irgendwas in Südamerika
    war da nicht letztes was in den Nachrichten, das Minenunglück?

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  2. Das Minenunglück von dem Karsten spricht wird das in Chile mit 33 eingeschlossenen und geretteten Minenarbeitern sein. Dem 34. gings an dem Tag nicht gut und ist oben geblieben.
    Hab aber keine Ahnung, ob das deshalb das Land mit der größten Wirtschaftskraft bzgl Kupfer ist. Es war glaub ich ne Gold und Kupfermine, wär also nicht auszuschließen.

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  3. Ihr lagt schon richtig damit. Über 60% des weltweiten Kupfer kommt aus Chile. Neben anderen Rohstoffen wie z.B. auch Gold, bildet der Export von Kupfer einen Großen Teil der chilenischen Wirtschaftskraft und macht es zu einem der reichsten Länder Lateinamerikas.

    Ich würde ja einen Punkt vergeben, aber wenn man nicht dazu schreibt wer es ist, dann wird das schwierig...

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  4. Für die Info, dass das Minenunglück in Chile war kann's ja wohl keinen Punkt geben, der steht wenn doch soderso Karsten zu.

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