Dienstag, 30. November 2010

You got mail

Als ich vor inzwischen über zwei Monaten das erste mal durch den Drake Circus gelaufen bin (das lokale Einkaufszentrum) ist mir auf der unteren Ebene ein Laden aufgefallen. Dieser Laden, "Clinton Cards", ist wie so viele Geschäfte in Großbritannien eine Kette. Gleich vor dem Drake Circus ist ein weiteres Geschäft von "Clinton Cards" in ca. 50 Meter Entfernung. Auch das ist für Ladenketten nicht so ungewöhnlich. Kennt einer Starbucks?
Was ich allerdings sehr faszinierend fand, war der Artikel auf den sich diese Kette spezialisiert hat. In diesen Läden gibt es mehr oder minder nämlich nur Grußkarten. Und es sind auch immer eine großere Anzahl von Menschen in dem Geschäft sodass ich annehmen muss, dass hier in England sehr viele Leute noch Briefe und Grußkarten versenden. Es gibt dort Grußkarten für jeden erdenklichen Zweck. Geburtstage, Verlobungen, Führerscheinerwerb oder einfach auch nur so. Es ist schon erschreckend wie lange man sich in einem solchen Geschäft aufhalten kann. Nur um zu sehen was es alles gibt.
In Deutschland gibt es natürlich auch diese Karten, aber in einer solchen Vielfalt und auch Kreativität, das ist schon nett. Ich habe auch dann mal spontan eine Karte versendet. Einfach nur so. Ohne besonderen Anlass. Eigentlich sollte man das öfters machen, findet ihr nicht? Eine Grußkarte die sagt: "Hey! Mich gibt es noch! Und schön das es dich auch gibt!"
Fiese Grußkarten habe ich übrings nicht gesehen. Wäre vielleicht eine neue Geschäftsidee: "Devil's Cards"

Schätzfrage:
"Wie viele p. (Pence) habe ich bezahlen müssen damit besagte Grußkarte in Deutschland ankommt?"

Montag, 29. November 2010

Von Imperien, Kapitalismus und Tee

Geld regiert die Welt; Briten trinken Tee. Diese beiden, weit verbreiteten, Weißheiten hängen vielleicht mehr zusammen als man gemeinhin denken mag. Man macht sich das vielleicht nicht so bewusst, aber die, in Europa weit verbreitete Konsumgüter, wie Tee, Kaffee oder Kakao wachsen allesamt nicht in Europa. Und das Bild des Tee trinkenden Briten, des Kaffee trinkenden Franzosen oder von Schoki essenden Deutschen gibt es schon länger. Da ist es doch irgendwie überraschend das alle diese Dinge eigentlich impotiert sind. Oder auch nicht wenn man die Geschichte betrachtet.
Warum hat eigentlich das britische Überseeimperium, das Empire, eigentlich mehr die heutige Welt geprägt als die Imperien anderer europäischer Nationen? Warum ist in Britannien die Industriealisierung ausgebrochen? Und warum trinken die Briten überhaupt Tee? Viele Historiker sehen dazwischen enge Verknüpfungen.
Hier spricht man oft davon, dass das Empire ein zufälliges Konstrukt ist. Als es angefangen hat, wollte eigentlich niemand ein weltumspannedes Reich aufbauen. Das kam "von alleine". So waren die ersten Briten in Indien Händler. Die dachten ganz bestimmt nicht daran dieses Land zu unterwerfen. Das wäre auch ein wahnsinniger Plan gewesen. Die wollten nur Geld verdienen.
Der moderne Kapitalismus mit Anlagensystemen und Krediten ist mehr oder minder in England gereift und hat sich von hier in der ganzen Welt verbreitet. Erfunden wurde es allerdings eher in Holland. Die britischen Händler (Kapitalisten) haben schon früh im Mittelalter viel Macht und Freiheiten bekommen, auch weil einige clevere Könige (Edward III. oder Elizabeth zum Beispiel) erkannt haben wie man das zum eigenen Vorteil nutzen kann. Und wie das im Kapitalismus nötig ist, sucht man nach immer neuen Märkten. Im 16. Jahrhundert lagen diese Märkte in Übersee. Tee war deshalb ja so ein gutes Produkt dafür, gerade weil es nicht in Großbritannien wächst. Die große Distanz, der erhöhte Aufwand garantiert ja den Profit. Und mit dem Erfolg wuchsen die Kolonien, die in vielen Fällen am Anfang nur Handelsposten waren. Erst im 18./19. Jahrhundert ging es eher um Macht und Einfluss direkt als nur um Handel.
Und das (Imperium und Kapitalismus - Rohstoffe und Kapital) waren dann auch die Dinge die man für eine Industrialisierung braucht.
Kaffee, Tee und Schokolade sind also die Autos und Flachbildschirme von vor 200 Jahren. Produkte des Kapitalismus die entwickelt wurden sind damit das Geld weiter zirkuliert. Und soll man deswegen jetzt keinen Tee mehr trinken? Keine Sorge! Keiner von uns muss sich für das verantwortlich fühlen was unsere Gesellschaft ausmacht, lange bevor wir geboren sind. Wir können höchstens versuchen es in Zukunft besser zu machen. Oder um es mit der besten Band der Welt zu sagen: "Es ist nicht deine Schuld das die Welt ist wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld wenn sie so bleibt?" Wie das geht? Daran arbeite ich noch...

Samstag, 27. November 2010

Die Geschichte einer Reise

Am Donnerstag war in den Vereinigten Staaten ein Feiertag. Thanksgiving ist das große Familienfest der Amerikaner. Dieses Fest ist für die Amerikaner ziemlich wichtig und geht auf ihren Gründungsmythos zurück. Da es entfernt auch mit Plymouth zu tun hat und letztens sogar Thema an der Uni war (bei einem Professor den ich als Märchenonkel bezeichne - und das ist leider nicht positiv gemeint).
Es war einmal, so um 1600, ein paar Christen. Und zwar ziemlich radikale Christen, die Puritaner genannt wurden. Die lebten im Nordosten von England und waren mit der anglikanischen Kirche nicht so zufrieden. Diese wurde zwar selbst erst 70 Jahre zuvor von der katholischen Kirche getrennt (da war so ein König mit 6 Frauen, aber ich glaube das kennen wir schon). Aber diese Gruppe von Menschen wollte überhaupt gar kein religöses Oberhaupt haben und wollte lieder ihr eigenen Weg zu Gott finden.
Da dies aber nicht so ganz Staatraison war, zogen sie erstmal aus England weg. Sie gingen nach Holland und suchte dich dort ein kleines Fleckchen. Aber dort waren sie auch nicht so glücklich. Die Menschen dort sprachen eine andere Sprache, waren nicht so religös wie die Puritaner und außerdem waren es Holländer. Und England war auch nicht so weit weg und der Englische König hatte immer nochwas gegen sie und versuchte sie in Holland festzunehmen. Das kann damit zusammenhängen, dass ein paar Puritaner Pamphlete geschrieben haben, in denen sinngemäß festgestellt wurde wie schlimm der König ist und dass alle gläubigen Christen England verlassen sollen oder etwas gegen den König unternehmen müssen.
Also verließen sie Holland 1620 und gingen zurück nach England, aber nur um mit noch ein paar mehr wahren Gläubingen von Southampten ein Schiff zu besteigen und nach Westen zu segeln. Übrings nutzte die englische Krone die Gelegenheit und schickte gleich noch ein paar Sträflinge und wahnsinnige Abenteuerer mit. Die wollte man genau wie die Gläubingen nicht so gerne in England haben. Das Schiff hieß Mayflower.
Wenn Gläubige eine Reise tun, dann vertrauen sie in allem Gott. Der wird sie schon vor allem beschützen. Aus diesem Grund kamen die Puritanier nicht so weit. Sie kehrten um und segelten Plymouth an und mussten für drei Monate ihr Schiff wieder seetauglich machen. Das zweite Schiff, was sie mit hatten, wurde aufgegeben. Aber dann ging es los in Richtung Westen zur englischen Kolonie Virgina. Die Stelle von der die Mayflower in Plymouth ablegte wird heute durch die Mayflower Steps, einer Plakette mit dem Namen aller (männlichen) Siedler und einer US-Amerikanischen Fahne markiert.
Gottesfürchtige Menschen brauchen natürlich keinen Navigator und deswegen kamen sie ca. 200 km nördlich von Virgina im heutigen Massachusetts an. Weil es bereits Winter wurde entschlossen sie sich dort zu bleiben und gründeten eine Ort den sie, warum auch immer, New Plymouth nannten. Das da bereit Menschen wohnten wurde von ihnen mehr oder weniger ignoriert. Waren ja auch nur Wilde. Diese Wilden allerdings gaben ein Jahr später den Pilgerväter, wie sie auch genannt wurden, Nahrung, weil ihre Ernte nicht so wirklich aufging. Sie waren ja gläubig. Das wird schon, dachte die sich wohl. Auch wurde ihnen von den Einheimischen beigebracht, wie man in der Gegend Ackerbau betreibt.
Der Legende nach feierten die Siedler und die Ureinwohner dann im Herbst des ersten Jahres ein Fest, das erste Thanksgiving, welches aber sicherlich ganz anders war als es heute gefeiert wird.
Es ist übrings schon eine gewisse Ironie, dass die Wampanoag-Indianer, so hießen die Ureinwohner dort, den Siedlern in den ersten Jahren geholfen haben. Ohne diese Hilfe hätten diese sicherlich nicht überlebt. Tatsächlich gerieten die Siedler mitten in Indianische Konflikte hinein und ihnen wurde wahrscheinlich nur deshalb geholfen, weil die Wamponag im Gegenzug auf militärische Unterstützung hoffte. In der Gegend waren Europäer zwar neu, aber man kannte wohl deren verherrende Macht von Geschichten aus dem Süden des Kontinents. Immerhin besuchten und eroberten Europäer schon seit über hundert Jahren Amerika.
In den nächsten 50 Jahren wurden für die Indianier an der Ostküste ihre eigenen Konflikte bedeutungslos. Immer mehr Europäer kamen und brachten aggressive Missionare, Kriminelle und vor allem auch Krankheiten mit. Zudem vermehrten sie sich wie es die Kanickel.
Die Indianer wurden getötet, assimiliert oder schlussendlich nach Westen vertrieben. Heute gibt es keine Indianer mehr an der Ostküste. Aber beim traditionellen Thanksgiving ist das alles mehr oder weniger bedeutungslos.

Freitag, 26. November 2010

Der größte Feind der britischen Gesellschaft

Gestern in der Vorlesung haben wir uns mit dem, zumindest im Diskurs, größten Feind des guten britischen Alltagsleben auseinandergesetzt. Das sind keine Terroristen und auch keine Migranten. Es scheint vielmehr so, als hätten die Briten vor allem Angst vor dem eigenen Nachwuchs.
Das Thema war das noch relativ neue Forschungsfeld der Kindheitgeographien. Wie geht eine Gesellschaft mit Kindern und Kindheit um und wie wird das "Kindsein" gesellschaftlich erzeugt? Die zentrale Frage, lautet also, wie sollten Kinden oder Jugendliche leben und welchen Normen und Regeln sind sie unterworfen? Tatsächlich sind diese nicht unwichtigen Fragen in den Gesellschaftswissenschaften bisher vernachlässigt wurden. Kinder haben ja auch eine Daseinsberechtigung. Zumindest theoretisch.
Der Einstieg in die Vorlesung war, ob man bei Kindern oder Jugentlichen in der Stadt ein eher positives oder eher negatives Bild hat, welches zum Beispiel von Medien verbreitet wird. Ich selbst meinte, als ich mich an meine Kindheit und Jugend erinnerte (so lange ist das ja nicht her), dass Minderjährige allgemein nicht so ein negatives Image haben. Schließlich gibt es viele Regelungen und Maßnahmen die dazu dienen die schutzlosen Kinder zu beschützen. Der urbane Raum hat eine Reihe von Gefahren (Verkehr oder Kriminalität) denen besonders Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind.
Mir wurde da aber klar von vielen Seiten widersprochen, was mich ziemlich überrascht hat. In Großbritannien werden Kinder und Jungendliche eher mit dem Bild des lauten, störenden bis vandalierenden und betrunkenen jungen Menschen assoziiert. Ein Bild was im deutschen Diskurs eher mit Migration in Verbindung gebracht wird, also nicht für alle Minderjährige gilt, sondern "nur" für jene von Randgruppen. Die ganze Sarazin-Debatte zeigt dies ja, wobei dem Nachwuchs selbst da wenig Schuld zugesprochen wird. Das ist natürlich ähnlich problematisch, aber leider nicht so neu. Das wiederrum eine Gesellschaft auch die eigenen Kinder (da wird offenbar wenig zwischen "britischen" und "nicht-britischen" Kindern und Jugentlichen unterschieden) ist allerdings schon ein Schritt weiter.
Und das dieser Diskurs auch ein paar Auswirkungen habt steht außer Frage. Den Wahnsinn beim Bier kaufen habe ich ja schon erwähnt. Ein Nachtrag dazu. Sainsbury aktzeptiert seit zwei Wochen keine nicht-britischen Ausweise oder Führerscheine, sondern allerhöchstens Pässe. Da fühlt man sich als ausländischer Mitzwanziger schon diskriminiert. Ich brauche keinen Pass zum Einreisen nach UK, aber zum kaufen von Bier? Auch habe ich von Fällen gehört in dem eine Mutter bei ihrem wöchentlichen Familieneinkauf keine Flasche Wein kaufen konnte, weil sie ihren jugendlichen Sohn dabei hatte. Sie könnte ihm ja was abgeben.
In manchen Städte gilt eine Ausgangssperre für Minderjährige an Abend, Nachts oder auch zu Schulzeiten. Die Polizei darf dann junge Menschen im öffentlichen Raum einfach mitnehmen und nach Hause bringen.
Das diese diskrimnierenden Verallgemeinerungen allerdings nicht auf Jugendliche begrenzt ist, sondern auch für jüngere Kinder gilt, sieht man an anderer Stelle. So haben viele kleinere Geschäfte (der Kiosk um die Ecke) Verbote die es nicht erlauben, dass mehr als ein oder zwei Kinder sich gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen. Ein oder zwei Kinder kann man ja im Auge behalten, falls sie was klauen wollen, aber bei mehr wird es schwierig. Jedes Schulkind ist in den Augen von manchen Ladenbesitzern also ein potenzieller Ladendieb.
Das übelste wovon ich gehört habe ist das "Mosquito device". Dieses Gerät wird vor Läden oder auf öffentlichen Plätzen angebracht um Kinder und Jugendliche daran zu hindern "herumzulungern". Es sendet einen hochfrequenten Ton aus, der in der Regel nur von Menschen unter 25 Jahren gehört werden kann. Dieser Ton bereitet zwar keine Schmerzen, aber er nervt wohl unglaublich, sodass man schnell einen anderen Ort aufsuchen will.
In Plymouth ist mir kein Ort bekannt wo es das gibt, aber vielleicht bin ich auch zu alt um es zu bemerken. Ich persönlich finde allerdings eine solche Konzeption mehr als Grenzwertig, weil es einfach gegen jeden jungen Menschen pauschal gerichtet ist. Auch gegen Kleinkinder und Babies, die vielleicht gar keine Möglichkeit haben wegzugehen, weil ihre Eltern das störende Geräuch ja nicht hören können. Ich finde die Briten müssen sich schon selbst mal fragen, wie sie ihren eigenen Nachwuchs behandeln. Was sagt denn das über eine Gesellschaft aus?

Donnerstag, 25. November 2010

More then just a bar

Die Interessen der Studenten in Plymouth (sowie im ganzen Land) werden von der "Students Union", der Gewerkschaft der Studenten wenn man so will, vertreten. Diese sind zum Beispiel die Wortführer bei den Protesten die gerade laufen und sich weiter zu steigern scheinen.
Daneben ist die "Students Union", die auch nur Union oder SU genannt wird, hier in Plymouth ein Synonym für eine relative große Bar auf dem Campusgelände mit einigen angeschlossenen Büros der Studentenvertretung. Diese Bar ist sehr schön, billig und deshalb wahrscheinlich auch so beliebt bei den Studis. Die Student Union hat übrings das Motto: "More then just a bar" um klar zu machen, dass die SU eben nicht nur diese Bar ist. Sie wirbt auch damit, dass die Einnahmen der Bar nicht dem Profit von irgendjemanden dienen, sondern studentischen Projekten zu gute laufen. Wie hoch dieser Beitrag ist, ist nicht klar. Da findet man in der Bar selbst verschiede angaben. Auf den Schildern sind verschiedene Beträge zwischen 5 und 20% angegeben, was ja nun kein kleiner Unterschied ist.
Wofür auch immer die Beträge ausgegeben werden, über das Angebot dort kann man nicht meckern. Tagsüber ist der Bereich nett für eine kleine Pause und für einen Kaffee oder ein Sandwich zwischendurch. Auch kann man dort über Mittag ein paar warme Sachen bekommen. Am Freitag- und Samstagabend verwandelt es sich dann eine Disco, die auch sehr gut besucht wird. An den sonstigen Abenden ist es einfach eine große Bar in der sich viele Societies für ihre Socials treffen. Socials sind einfach Abende, an denen die Gruppe sich einfach auf ein Bier trifft oder (Trink-)Spiele spielt (hängt von der Gruppe ab), die mit dem sonstigen Anliegen der Society in der Regel nichts zu tun hat.
Auch kann man dort Fussball und manchmal auch anderen Sport sehen. Und das bringt mich zu gestern Abend. Gestern wurde da nämlich epische Duell zwischen Manchaster United (erfolgreichster englischer Club) und den Glasgow Rangers (erfolgreichster schottischer Club) in der UEFA Champions League übertragen. Entsprechend groß war das Interesse an dem Spiel auf der britischen Insel. Der wohl typischste englische Fußballer der heutigen Zeit, Wayne Rooney, verwandelte kurz vor Schluss einen Elfmeter für ManU.
Aber das war nicht das Spiel was mich interessierte. Wir schauten uns das Spiel Tottenham Hotspurs gegen Werder Bremen an. Man kann hier nur Werder-Spiele (oder Spiele von anderen deutsche Vereine) nur sehen, wenn diese international gegen englische oder schottische Vereine spielen.
Im Falle von Werder wird das in dieser Spielzeit nicht mehr der Fall sein. Ich und Monika (der einzige andere Werder-Fan den ich finden konnte) konnten inmitten von Spurs-Fans bewundern wie Werder 3:0 untergegangen ist ohne ein einzige ernsthafte Chance gehabt zu haben. Da war die Paraden von Tim Wiese im Bremer Tor, die einzigen Highlights des Bremer Spiels.
Aber egal. Es bliebt trotz allem immer nur ein Sport und vielleicht wird in der Zukunft alles wieder besser. Der wahre Fan unterstützt seinen Vereinen sowieso auch in schlechten Zeiten.

Heute eine fußballbezogene Frage (sorry für alle die Fußball nicht mögen):
Sehr überrascht habe ich gestern festgesellt, dass Tottenham ein Stadtteil von London ist. Irgendwie dachte ich immer das Tottenham in Nordengland und nicht in Nordlondon liegt. Nicht das da ein großer Unterschied ist. Aber ich habe deshalb nachgeforscht:
Wie viele Fußballvereine der Premier League (1. englische Liga - 20 Vereine insgesamt) kommen aus London? Die richtige Anzahl gibt einen Punkt (wenn mehrere Personen korrekte Anzahl sagen, kriegen jeder von ihnen einen Punkt). Wer alle Vereine auch korrekt nennt kriegt einen weiteren Punkt!

Mittwoch, 24. November 2010

Der Studentenprotest geht weiter

Vielleicht sollte ich anfange meine Meinung über britische Studentenproteste zu korrigieren. Verglichen mit Deutschland und Frankreich schienen sie mir bisher doch eher brav zu sein. Nun war aber wieder ein Protesttag und die Briten wollen es anscheinend uns Kontinentaleuropäern nachmachen. Zumindest wurde heute sehr zu meiner Überraschung (und sicherlich auch zu der von anderen) ein Raum an der Uni einfach mal besetzt um ein Zeichen zu setzen.
Für mich sind solche Besetzungen ja nichts neues. Das habe ich sowohl in Göttingen, wie auch in Frankfurt erlebt. Aber das ich das in England sehen würde, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Als ich den Raum (er hat noch keinen prägnannten Namen bekommen) besucht habe, so war er erst für eine halbe Stunde besetzt und wurde mit allerhand Protestplakaten verziehrt.
Da wurde, zu recht, auch nach dem Zusammenhang gefragt warum man für Bankenrettungen (UK bezahlt fast so viel an die Iren, wie die Deutschen) Geld hat und für die Unis nicht.
Die Besetzung hat eine Liste von Forderungen herausgegeben und will den Raum erst dann wieder verlassen wenn die Unileitung (oder vielmehr die Vize-Kanzlerin - entspricht dem Unipräsidenten in Deutschland) entsprechend darauf eingeht. Die Besetzer_innen fordern Unterstützung der Unileitung bei den Protesten und will den Markteinfluss an der Enterprise-Uni zurückdrängen.
Ich bin sehr gespannt, was nun passiert. In Deutschland habe ich erlebt, wie erfolgreich oder gewaltsam beendet wurden sind. Mal sehen was so in Plymouth möglich ist.

Dienstag, 23. November 2010

Keep calm and drink tea

So schön ich mein Haus auch finde, es bleibt dennoch ein wenig kahl. Alle Wände sind in einem Khaki-Farbton gehalten, der auf dauer doch ein wenig öde ist. Da kam ein Posterverkauf an der Uni gestern irgendwie gelegen. Besonders da es extrem günstig war. DIN A1 große Plakate für £2 sind einfach mal extrem güstig. Da habe ich mir für meine WG einfach mal zwei gekauft.
Plakatverkäufe sind auch an deutschen Unis sehr verbreitet. Ich bin wohl nicht der einzige, der nicht immer an braun-gelbe Wände starren will. Das einzige was gelegentlich stört ist die gefühlt-beschränkte Auswahl. So sind es doch irgendwie immer dieselben Motive, auch wenn sie meist sehr schön sind. Wer kennt nicht das schwarz-weiß Bild von den Bauarbeitern auf dem Stahlgerüst des Empire-State-Building aus den 30er Jahren? Und wer hat es nicht schonmal irgendwo in irgendeiner Wohnung ein Motiv aus Pulp Fiction hängen sehen?
Gut ich selbst war jetzt auch nicht viel kreativer. Neben meinem (sehr selten) "Plymouth Pedestrian", welches ich damals im Art Center habe mitgehen lassen, gesellt sich jetzt ein nettes Bild des Westministers in London mit dem stilechten roten Doppeldecker dazu.
Das ist mal was anderes als meine zahlreichen Paris-Bilder die (hoffentlich immer noch) mein Zimmer in Frankfurt schmücken. Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch ein Bild aus New York City um die drei am meist porträtierten Städte der Welt zusammen zu haben. Zumindest ist es mein Gefühl, dass diese Städte sich oft auf Plakaten wiederfinden lassen.
Was allerdings auch gerne gemacht wird, sind Motive, die andere Motive zitieren. So kann man einfach ein bekanntest Bild oder Spruch humoristischen in einen anderen Zusammenhang setzten.
So ist mit dem inzwischen relativ bekannten Plakat "Keep calm and carry on" geschehen. Dieses Plakat ist eigentlich ein Produkt des zweiten Weltkrieg, welches vom britischen "Informationsministerium" herausgegeben wurde um die Botschaft "Bleib ruhig und mache weiter" zu verbreiten. Man sollte sich also von dem Krieg und von den deutschen Luftangriffen nicht unterkriegen. Laut Wikipedia war die Kampanie nicht sehr erfolgreich aber vor einigen Jahren wurde das Plakat wiederbelebt und hat über Plakatverkäufe den Weg in viele WGs gefunden. Die Brit-Rock Band "Stereophonics" hat übrings auch ihr aktuelles Album so genannt. Über die subtile Ironie in diesem Spruch kann man wirklich viel schrieben, aber ich habe gestern ein "Variante" von diesem Spruch gekauft und bei uns im Esszimmer aufgehängt. Nun wird man nach einem anstrengenden Tag daran erinnert: "Bleib ruhig und trinke Tee" Den Mitbewohnern gefällt es...